CORONA-KRISE FÜHRT ZU PSYCHISCHEM STRESS

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Seite 2 — Kontemplation aus der Mottenkiste holen Lange galt es als ausgemacht, dass die Arbeit der Stressfaktor Nummer 1 für die Menschen in den westlichen Industrienationen ist. Unzählige Ratgeber sind in den Jahren über Themen wie Mobbing am Arbeitsplatz, cholerische Chefs und den geschickten Umgang mit ihnen, über nervende Kollegen, Drückeberger und Faulenzer erschienen — nicht zu vergessen die vielen Lebensbeichten zum Thema Burn-out. Doch womöglich lauert Ungemach an ganz anderem Ort als bislang vermutet: Forscher um die amerikanische Professorin Sarah Damaske von der Penn State University haben die Cortisolwerte von Probanden — zufällig ausgewählte Angestellte, Männer und Frauen — nach bestimmten Aktivitäten und an verschiedenen Wochentagen gemessen. Der Cortisolwert ist ein zentraler Belastungsindikator, das Hormon wird vermehrt bei Stress ausgeschüttet. Die frappierende Erkenntnis: Die Mehrzahl der Männer und Frauen fühlten sich von ihrem Privatleben mehr angestrengt als von ihrem Beruf. Die Werte fallen für Männer und Frauen etwas unterschiedlich aus. Das Berufsfeld spielte eine untergeordnete Rolle. Bei der Arbeit gibt es Anerkennung Eine Teilnehmerin der Studie begründete dies so: Auf der Arbeit werde klar erkannt, was man geleistet oder nicht geleistet habe, es gebe Lob oder Kritik.

Warum die Deutschen ihre Freizeit so eng takten

Demgegenüber erklärte nur knapp die Hälfte der Erwerbstätigen ohne Kinderim Homeoffice gestresst wenig sein. Als besondere Belastung empfanden 80 Prozent der Befragten den fehlenden Kontakt zu Familie und Freunden. Am zweithäufigsten wurde die Angst vor einer Corona-Erkrankung der Angehörigen genannt 57 Prozent. Genauso fürchtet jeder Zweite einen Zusammenbruch der Wirtschaft 50 Prozent. Arbeitsstress nimmt während Corona zu Die Ausnahmesituation schlägt sich auch auf den Arbeitsalltag nieder. Einsamkeit und Langeweile wurden jeweils von 22 Prozent der Umfrageteilnehmer genannt. Laut der Studie belastet die Pandemie die Jüngeren stärker als die Älteren : Jeder Dritte unter 60 Jahren 38 Prozent der bis Jährigen und 40 Prozent der bis Jährigen gab an, starke Probleme mit der Situation zu haben.

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